Autogenes Training und Progressive
Muskelentspannung
sind Entspannungsverfahren. Was passiert nun bei der
Durchführung
eines solchen Entspannungsverfahrens? Und wodurch unterscheiden sich
diese von Aktivitäten wie Spazierengehen, Lesen, Sport etc.,
die
von vielen als "entspannend" erlebt werden?
Bei der Durchführung eines Entspannungsverfahrens kann die
psychophysische Entspannungsreaktion ausgelöst werden.Den
höheren Lebewesen
ist in ihrer biologischen Organisation
zum Schutz vor Überlastung und zur Regeneration die
Möglichkeit gegeben, von
leistungssteigernden, aktivierenden in mehr regenerierende,
gewebsversorgende
Reaktionsmuster umzuschalten. Diese Umschaltung erfolgt
unwillkürlich in
Erholungsphasen oder während des Schlafes. Durch den gezielten
Einsatz von Entspannungsverfahren,
wie dem Autogenen Training oder der Progressiven Muskelentspannung,
kann man in
kurzer Zeit einen relativ hohen Erholungseffekt erzielen. Denn mit den
genannten
Entspannungsverfahren kann man diesen Umschaltprozess
herbeiführen und die
psychophysische Entspannungsreaktion auslösen.
Diese Entspannungsreaktion kann nicht willentlich herbeigeführt werden. Dies ist vergleichbar mit dem Prozess des Einschlafens. Es bedarf einer zunehmenden inneren Passivierung, im Sinne einer Hingabe in die Entspannung bzw. eines passiven Geschehenlassens der Entspannung. Entspannung gelingt um so eher, je besser eine Zurücknahme der Willensspannung gelingt (Paradox der aktiven Passivierung).
Die körperlichen Anzeichen der Entspannungsreaktion sind:
Abnahme der Muskelspannung
ruhigeres und gleichmäßiges Atmen
ruhigerer oder gleichmäßigerer Puls
Blutfluß vom Körperinneren zur Körperperipherie
verstärkter Blutfluß im Bauchbereich, im Bereich der inneren Organe
Hier werden zum einen die Parallelen zum Schlaf deutlich.
Und zum anderen eben die Tatsache, daß der Organismus in
einen Erholungszustand
gebracht wird, sozusagen in einen „Standby-Modus“.
Dieser
körperliche Aspekt des vegetativen Funktionswandels vom
ergotropen
Leistungszustand zum trophotropen Erholungszustannd
ist allerdings
lediglich ein Teilaspekt dieses Entspannungszustandes. Denn dieser ist
nicht auf rein körperliches Erleben beschränkt. Damit
man im
Zuge dieser Umschaltung in einen wirklichen Versenkungszustand gelangt,
bedarf es einer Einengung der Wahrnehmung der Sinne auf den
Körper, auf die Übung. Wenn dies mit den
genannten
körperlichen Prozessen gekoppelt geschieht, entsteht ein
Versenkungszustand, der auf der psychischen Seite durch innere Sammlung
und Konzentration auf die Übung gekennzeichnet ist. Dieser
Zustand
hat eine besonders hohe Qualität und Effektivität
was den
Erholungswert betrifft. Und diese ist deutlich höher als bspw.
Fernsehen und Muskikhöhren, die ebenfalls beim Abbau von
Stressfolgen helfen können. Allerdings doch eher palliativ,
d.h.
es sind Bewältigungsstrategien, die zur kurzfristigen
Erleichterung
und Dämpfung einer akuten Stressreaktion abzielen.
Diese Ausführungen sollen
verdeutlichen, welch
effektive Methoden Entspannungsfverfahren wie das Autogene Training und
die Progressive Muskelentspannung darstellen. Bei
regelmäßiger Anwendung stellen diese eine
hochwirksame
Methode dar, um Folgen von Stress zu lindern. Und das ohne
Nebenwirkungen.